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Kunstexpertin Dr. Sonja Lechner setzt das Mandarin Oriental, Munich kunstvoll in Szene. Ein Talk über Kunst als Konzept, Investment und Lebenselixier.

München ist immer eine Reise wert. Die perfekte Unterkunft für den Ausflug in die Bayerische Landeshauptstadt ist das Mandarin Oriental, Munich zwischen Marienplatz und Maximilianstraße zentral und dabei ruhig gelegen. So lässt sich München problemlos zu Fuß erkunden.

Im Mandarin Oriental, Munich werden die Gäste mit Originalen beglückt, die ein einzigartiges Kunsterlebnis ermöglichen.”

Das Haus hatte schon immer ein besonderes Flair und war ein ganz besonderer Ort. Seit letztem Jahr überhaupt. Anlässlich des 20. Geburtstags eröffnete das Haus nach umfassender Renovierung im Oktober 2020 wieder. Alle Zimmer und Suiten wurden von Grund auf neu gestaltet und mit einem exklusiven Kunstkonzept versehen. Die Kunstwerke, welche nicht nur in den Zimmern und Suiten sondern auch im gesamten Hotel zu finden sind, wurden von Dr. Sonja Lechner kuratiert, die als renommierte Kunstberaterin schon bei anderen großen Firmen ihr sensibles Talent für die Auswahl des passenden Künstlers zeigen konnte. Wir haben Dr. Sonja Lechner, Geschäftsführerin von Kunstkonnex Artconsulting, zum Gespräch getroffen.

Frau Dr. Lechner, dass Sie Firmen bezüglich Ihrer künstlerischen Investments beraten ist bekannt, aber wie kam es zur Kooperation mit dem Mandarin Oriental in München? Was verbindet Sie mit diesem Haus?
Bislang verband mich mit dem Mandarin Oriental lediglich, dass ich seine Häuser weltweit sehr gerne auf Geschäftsreisen oder im Urlaub frequentierte – das Münchner Haus war mir vor allem durch die herausragende Ory-Bar bekannt, wo sogar Wodka aus meiner finnischen Heimat offeriert wird! Außerdem genoss ich regelmäßig die Kochkunst im Matsuhisa Restaurant. Bei einem meiner Besuche hatte ich den Generaldirektor des Hotels, Dominik Reiner, kennengelernt und mich mit ihm über Kunst ausgetauscht: Als er mich mitten im Lockdown mit der Ausarbeitung eines Kunstkonzeptes für die Neurenovierung des Mandarin Oriental Munich beauftragte, war dies natürlich der schönste Auftrag während des weltweiten Ausnahmezustandes.

Mit diesem Kunstkonzept genießen die Gäste des Hotels den Bogen von real anmutenden Bergbildern bis hin zur Abstraktion aus der Hand eines Künstlers.”

Sie haben für die neu gestalteten Zimmer Bergbilder vom Münchner Felix Rehfeld ausgewählt. Was fasziniert Sie so an seiner Kunst?
Felix Rehfeld fasziniert mich, weil er sein Thema der Eigengesetzlichkeit von Farbe in einer unikären Pinselschrift immer wieder neu verbildlicht. Wir zeigen im Mandarin Oriental, Munich eine Breitgefächertheit an Perzeptionsmöglichkeiten, welche die künstlerische Interpretation der Berge offeriert. Am Fuße der Treppe wurde eine dauerhafte Installation aus 100 Miniaturbergen verortet, die Felix Rehfeld in Öl geschaffen hat: Sie zeigen tatsächlich existierende Berge als Farblandschaften im changierenden Lichteinfall, fast schon impressionistisch!

Wird mit Originalen oder Drucken gearbeitet?
Aus diesen kleinen Ölgemälden hat der Künstler exklusiv für das Mandarin Oriental, Munich eine Künstleredition geschaffen, indem er die Berge nahansichtig fotografierte und auf Aludibond druckte: Im großen Format geben sie einen ganz anderen Eindruck vom Berg wieder, wirken abstrahiert, expressionistisch beinahe. Ergänzt wurde dieses Spektrum durch gänzlich abstrakte Bergbilder in Öl auf Leinwand in den Suiten, die nur mehr aus zwei Diagonalen bestehen, welche einen Gipfel formen. Für mich war also mit diesem Kunstkonzept ausschlaggebend, dass die Gäste des Hotels den Bogen von real anmutenden Bergbildern bis hin zur Abstraktion aus der Hand eines Künstlers genießen können und mit Originalen beglückt werden, nicht — wie es leider sogar in den meisten Luxushotels noch Usus ist – mit billigen Drucken, die sich in jedem Zimmer wiederholen.

Felix Rehfeld fasziniert mich, weil er sein Thema der Eigengesetzlichkeit von Farbe in einer unikären Pinselschrift immer wieder neu verbildlicht.”

Sie haben in der Vergangenheit schon oft ein feines Gespür für Talente bewiesen – Petri Niemelä oder Iris von Carnap haben Sie in der Münchner Bank gezeigt. Wo finden Sie Ihre“ Künstler?
Da ich keine Galeristin bin, vertrete ich keine Künstler und kann mir daher erlauben, alles frei aufzunehmen, was mir auf meinen Reisen, auf Kunstmessen, bei Galeriebesuchen, auf Auktionen, in den Akademien, bei Gallery weekends oder auf Ateliertagen vor Augen geführt wird. Dies fließt dann entweder in die Kunstberatung ein oder beeinflusst die Vorschläge, die ich mache, wenn ich mit einer Kuratierung beauftragt werde. In der Münchner Bank hatten wir tatsächlich in der Vergangenheit etablierte Positionen gezeigt: 2019 haben wir dann das Kunstforum Münchner Bank geschaffen, welches seither zwei Mal pro Jahr ausschließlich junge Künstler präsentiert, die Studenten, Meisterklasseschüler oder Absolventen der Münchner Kunstakademie sind.

“Ich persönlich lege all mein Fachwissen ad acta, wenn es um den Ausbau meiner eigenen Kunstsammlung geht.”

Wir leben in einer Zeit in der alles an Zahlen und Fakten festgemacht wird. Wie beurteilen und kaufen Sie Kunst? Nach einem festen Investmentschema oder nach persönlichem Gefallen?
Ich persönlich lege all mein Fachwissen ad acta, wenn es um den Ausbau meiner eigenen Kunstsammlung geht. Während wir beim Aufbau von Unternehmenskunstsammlungen natürlich auch immer die preisliche Entwicklung einer KünstlerIn berücksichtigen, spielt dies für mich persönlich keine Rolle: Ich kaufe, was zu mir spricht. Das ist ja das Wunderbare an meinem Beruf, der für mich tatsächlich Berufung ist: So sehr wir KunsthistorikerInnen wissenschaftlich arbeiten, so sehr wir aufzuzeigen versuchen, welche Themata in den vergangenen Jahrhunderten wie verbildlicht wurden, und wie alles Geschaffene immer in irgendeiner Form auf das Vorherige rekurriert, so sehr darf und muss Kunstrezeption eben immer auch emotional sein – jeder empfindet ein Werk anders, weil er immer die eigene Historie miteinbringt in die Bildbetrachtung. Meine Sammlung ist also sehr persönlich und nicht als Investment ausgelegt: Bislang habe ich mich trotz akutem Platzmangel für weitere Kunstwerke noch niemals von einem Werk getrennt.

Vielen Dank für das Gespräch. Und zum Abschluss, die Frage, die an dieser Stelle immer folgt: Was ist aktuell Ihr Lieblingssong?
Momentan höre ich Lewis Capaldi rauf und runter: Ich finde es unglaublich, dass aus einem so jungen Menschen so viel Rauheit in der Stimme spricht, die er gleichzeitig mit Wehmut und Lebens- wie Liebenszuversicht verbindet!

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